Sonntag, Februar 15, 2026
spot_img
Start Blog Seite 1871

Grüne fordern von Wissing Klimaschutz-Sofortprogramm

0

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg zur Klimaschutzpolitik der Bundesregierung drängen die Grünen Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) zur Erarbeitung eines Sofortprogramms. Er habe im Verkehrsministerium „unmittelbaren Gesprächsbedarf angemeldet“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Stefan Gelbhaar, am Donnerstag.

„Verkehrsminister Wissing muss jetzt für die Jahre 2021 und 2022 Sofortprogramme vorlegen, die ausreichend kurzfristig wirksame Maßnahmen enthalten.“ Dann könne die Bundesregierung diese beschließen. Die Grünen seien bereit, an der Erarbeitung der Sofortprogramme mitzuwirken, so Gelbhaar weiter. „Unmittelbar wirkende Maßnahmen gibt es etwa beim Ordnungsrecht oder beim Ab- und Umbau der Subventionen, die dem Klima schaden.“

Das Gericht hatte am Donnerstag Klagen der Deutschen Umwelthilfe und des BUND stattgegeben. Die Bundesregierung wurde dazu verurteilt, ein Sofortprogramm nach dem geltenden Klimaschutzgesetz zu beschließen, welches die Einhaltung der festgelegten Jahresemissionsmengen der Sektoren Gebäude und Verkehr für die Jahre 2024 bis 2030 sicherstellt. Eine Revision gegen das Urteil ist möglich. Die Bundesregierung hatte zuletzt bereits eine Änderung des Klimaschutzgesetzes auf den Weg gebracht, die keine Sofortprogramme in einzelnen Sektoren mehr nötig machen würde – die Reform wurde aber noch nicht im Bundestag beschlossen.

Das Gericht stellte am Donnerstag fest, dass die Bundesregierung aufgrund der festgestellten Überschreitungen an zulässigen Treibhausgas-Emissionen in den Sektoren Gebäude und Verkehr zu einem Beschluss über ein Sofortprogramm verpflichtet ist. Das zuletzt beschlossene Klimaschutzprogramm 2023 erfülle nach Auffassung des Senats nicht die Anforderungen an ein Sofortprogramm, so das Oberverwaltungsgericht.


Foto: Volker Wissing (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Welche Finanzierungsmöglichkeiten sind am effektivsten?

0
finanzierungsmöglichkeiten

Finanzierungsmöglichkeiten für wachsende Unternehmen

In einer Wirtschaftswelt, die von ständiger Innovation und Wettbewerb geprägt ist, stellt die Finanzierung für wachsende Unternehmen eine der größten Herausforderungen dar. Ob es darum geht, neue Märkte zu erschließen, Produktlinien zu erweitern oder technologische Fortschritte zu integrieren – die Beschaffung adäquater finanzieller Mittel ist oft der Schlüssel zum Erfolg.

Dabei stehen Unternehmen eine Vielzahl von Finanzierungsoptionen zur Verfügung, jede mit ihren eigenen Vorzügen und Einschränkungen. Von traditionellen Bankkrediten über staatliche Förderprogramme bis hin zu modernen Crowdfunding-Modellen – die Landschaft der Unternehmensfinanzierung ist vielfältig und bietet maßgeschneiderte Lösungen für unterschiedlichste Bedürfnisse und Geschäftsmodelle.

In diesem Artikel untersuchen wir die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten, die Unternehmen in ihrer Wachstumsphase nutzen können. Wir beleuchten die spezifischen Charakteristika und Anforderungen von Eigenkapital- und Fremdkapitalfinanzierung, erkunden alternative Finanzierungsquellen wie Crowdfunding und Fördermittel und betrachten auch innovative Ansätze wie Mezzanine-Finanzierungen. Unser Ziel ist es, einen umfassenden Überblick zu bieten, der Unternehmern hilft, die passendste und effektivste Finanzierungslösung für ihre individuellen Wachstumspläne zu finden.

1. Eigenkapitalfinanzierung

Eine der grundlegendsten Formen der Unternehmensfinanzierung ist die Eigenkapitalfinanzierung. Hierbei investieren Unternehmer oder externe Investoren wie Venture-Capital-Firmen, Business Angels oder Privatpersonen Geld in das Unternehmen im Austausch gegen Unternehmensanteile. Diese Form der Finanzierung ist besonders beliebt bei Start-ups und wachsenden Unternehmen, da sie keine sofortigen Rückzahlungsverpflichtungen mit sich bringt.

2. Fremdkapitalfinanzierung

Im Gegensatz zur Eigenkapitalfinanzierung steht die Fremdkapitalfinanzierung, bei der Geld von externen Quellen wie Banken oder anderen Finanzinstituten geliehen wird. Dies kann in Form von Krediten, Anleihen oder anderen Schuldtiteln geschehen. Der Vorteil hierbei ist, dass die Eigentümer des Unternehmens ihre Anteile nicht verwässern müssen. Allerdings müssen Zinsen gezahlt und das Kapital zu einem festgelegten Zeitpunkt zurückgezahlt werden.

3. Fördermittel und Zuschüsse

In vielen Ländern bieten staatliche oder regionale Institutionen Fördermittel und Zuschüsse für bestimmte Branchen oder für Projekte, die bestimmte Kriterien erfüllen. Diese sind oft zweckgebunden und können beispielsweise für Forschung und Entwicklung, für die Schaffung von Arbeitsplätzen oder für umweltfreundliche Initiativen gewährt werden. Zuschüsse müssen in der Regel nicht zurückgezahlt werden, was sie zu einer attraktiven Finanzierungsquelle macht.

4. Crowdfunding

Crowdfunding ist eine zunehmend beliebte Methode zur Kapitalbeschaffung, besonders für innovative Projekte und Start-ups. Dabei wird Kapital durch eine Vielzahl von Menschen, typischerweise über das Internet, gesammelt. Dies kann entweder gegen eine Belohnung, ein Produkt oder – im Falle von Equity-Crowdfunding – gegen Anteile am Unternehmen erfolgen.

5. Mezzanine-Finanzierung

Mezzanine-Finanzierung ist eine hybride Form der Finanzierung, die Elemente von Eigen- und Fremdkapital kombiniert. Diese Option kann attraktiv sein für Unternehmen, die sich in einer Wachstumsphase befinden und flexible Finanzierungsbedingungen benötigen. Mezzanine-Kapital wird oft in Form von nachrangigen Darlehen oder wandelbaren Schuldverschreibungen angeboten.

6. Business Angels und Venture Capital

Business Angels sind Privatpersonen, die Kapital, Fachwissen und ihr Netzwerk in Start-ups oder wachsende Unternehmen einbringen. Im Gegensatz dazu stehen Venture-Capital-Firmen, die größere Geldsummen in vielversprechende Unternehmen investieren, oft mit dem Ziel eines späteren Börsengangs oder Verkaufs des Unternehmens. Beide Optionen bieten nicht nur Finanzierung, sondern auch wertvolles Mentoring und Zugang zu wichtigen Kontakten.

7. Strategische Partnerschaften

Strategische Partnerschaften können eine effektive Finanzierungsquelle sein, insbesondere wenn zwei Unternehmen Synergien in ihren Geschäftsmodellen oder Märkten erkennen. Solche Partnerschaften können Kapital, Ressourcen, Technologie oder Marktzugang beinhalten und bieten oft beidseitige Vorteile.

8. Asset-basierte Finanzierung

Diese Form der Finanzierung bezieht sich auf die Nutzung von Unternehmensvermögen wie Lagerbeständen, Forderungen oder Ausrüstungen als Sicherheit für Darlehen. Asset-basierte Finanzierung ist besonders nützlich für Unternehmen, die über signifikante physische Vermögenswerte verfügen, aber vielleicht nicht über die ideale Kreditwürdigkeit für traditionelle Kredite.

9. Inkubatoren und Acceleratoren

Inkubatoren und Acceleratoren bieten nicht nur Finanzierung, sondern auch Beratung, Arbeitsräume und Zugang zu Netzwerken. Sie sind besonders hilfreich für Start-ups und Unternehmen in der Frühphase, die Unterstützung in Geschäftsentwicklung und -wachstum suchen.

10. Börsengang (IPO)

Für reife Unternehmen kann ein Börsengang (Initial Public Offering, IPO) eine bedeutende Finanzierungsquelle sein. Durch den Verkauf von Aktien an die Öffentlichkeit können erhebliche Mittel aufgebracht werden. Ein IPO ist allerdings ein komplexer und kostspieliger Prozess, der umfangreiche Vorbereitungen und die Einhaltung strenger regulatorischer Anforderungen erfordert.

Jede dieser Finanzierungsmöglichkeiten bietet einzigartige Vorteile und Herausforderungen. Die Wahl der richtigen Option hängt von vielen Faktoren ab, einschließlich des Entwicklungsstadiums des Unternehmens, der Branche, der Marktbedingungen und der langfristigen Unternehmensziele.

Die Landschaft der Finanzierungsmöglichkeiten für wachsende Unternehmen ist sowohl vielfältig als auch dynamisch. Von Eigen- und Fremdkapitalfinanzierungen über staatliche Fördermittel, Crowdfunding, Business Angels, bis hin zu Börsengängen – jede Option bringt ihre eigenen spezifischen Vorteile und Herausforderungen mit sich. Die Entscheidung, welche Finanzierungsquelle oder -kombination am besten geeignet ist, hängt letztendlich von den individuellen Bedürfnissen, Zielen und der strategischen Ausrichtung des Unternehmens ab.

Für junge Start-ups können beispielsweise Business Angels und Venture Capital nicht nur dringend benötigtes Kapital, sondern auch wertvolles Wissen und Netzwerke bieten. Etabliertere Unternehmen wiederum könnten von einem Börsengang oder strategischen Partnerschaften profitieren, um ihre Expansion zu beschleunigen. Eines bleibt jedoch konstant: Eine sorgfältige Planung und umfassende Kenntnis der verschiedenen Finanzierungsoptionen sind unerlässlich, um das Wachstum nachhaltig zu sichern und zu fördern.

In einer Welt, in der sich die Geschäftsbedingungen rasch ändern, ist Flexibilität und Anpassungsfähigkeit in der Finanzierungsstrategie entscheidend. Unternehmen, die bereit sind, sich kontinuierlich weiterzubilden und sich an neue Gegebenheiten anzupassen, werden die besten Chancen haben, in einem zunehmend kompetitiven Marktumfeld erfolgreich zu sein.

Foto/Quelle/ Credits: stock.adobe.com – Anela Ramba/peopleimages.com

Euroraum-Inflationsrate im November bei 2,4 Prozent

0

Luxemburg (dts Nachrichtenagentur) – Die Inflationsrate im Euroraum liegt im November 2023 voraussichtlich bei 2,4 Prozent. Das teilte die EU-Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag mit.

Die dts Nachrichtenagentur sendet in Kürze weitere Details.

Foto/Quelle: dts

Mehrjährige Haftstrafen für "Gruppe S."

0

Stuttgart (dts Nachrichtenagentur) – Im Terrorprozess gegen die rechtsextreme „Gruppe S.“ sind die Hauptangeklagten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Das Oberlandesgericht Stuttgart sprach die Angeklagten am Donnerstag schuldig, eine rechtsterroristische Vereinigung gegründet und sich an ihr als Mitglieder beteiligt zu haben.

Die beiden Rädelsführer der Gruppe wurden zu Gefängnisstrafen von sechs Jahren bzw. fünf Jahren und drei Monaten verurteilt. Gegen weitere acht Beschuldigte wurden dem Urteil zufolge Haftstrafen zwischen einem Jahr und neun Monaten und vier Jahren und sechs Monaten verhängt – eine Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Zudem wurde eine Person freigesprochen. Die Bundesanwaltschaft hatte den Angeklagten vorgeworfen, bei einem persönlichen Treffen im September 2019 die rechtsterroristische Vereinigung „Gruppe S.“ gegründet zu haben.

Die Gründungsmitglieder sollen darauf abgezielt haben, mit ihrer Vereinigung die Staats- und Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland zu erschüttern und letztlich zu überwinden. Zu diesem Zweck sollten durch Angriffe auf Moscheen und die Tötung oder Verletzung einer „möglichst großen Anzahl“ dort anwesender muslimischer Gläubiger „bürgerkriegsähnliche Zustände“ herbeigeführt werden, hieß es in der Anklage. Der Großteil der Gruppe war im Februar 2020 festgenommen worden. Ein weiterer Angeklagter aus Bayern war vor einigen Wochen überraschend gestorben.


Foto: Justizzentrum (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Steinmeier würdigt Kissinger

0

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den verstorbenen früheren US-Außenminister Henry Kissinger als „Kämpfer für Freiheit und Demokratie“ gewürdigt. „Wir verlieren mit Henry Kissinger einen beeindruckenden Mann mit einer unglaublichen Lebensgeschichte: den Zeitzeugen eines Jahrhunderts, die treibende geistige Kraft der US-Außenpolitik vieler Jahrzehnte, den Hüter der transatlantischen Beziehungen“, so der Bundespräsident in einem Kondolenzschreiben.

Kissinger sei ein „Freund Deutschlands“ gewesen, der Schlüsselmomente der Geschichte miterlebt und mitgestaltet habe. „Mit klarer Sprache und unerschrockener Diplomatie hat er die Vereinigten Staaten von Amerika und die Weltpolitik der Nachkriegszeit entscheidend geprägt“, schreibt Steinmeier. Mit seiner Entspannungs- und Abrüstungspolitik habe Kissinger den Grundstein für das Ende des Kalten Krieges und für den demokratischen Wandel im Osten Europas gelegt. „Dass wir heute in einem geeinten und demokratischen Deutschland leben, eingebunden in starke Bündnisse, daran haben die Vereinigten Staaten, und daran hat auch Henry Kissinger persönlich großen Anteil“, so der Bundespräsident.


Foto: Frank-Walter Steinmeier (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

SPD gegen Bürgergeld-Streichung für Ukraine-Flüchtlinge

0

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion, Katja Mast, warnt vor einer Mehrbelastung der Länder und Kommunen, wenn ukrainische Kriegsflüchtlinge kein Bürgergeld mehr bekommen. Man habe die Ukrainer auch deshalb mit ins Bürgergeld genommen, weil man die Kommunen „entlasten“ wollte, sagte Mast dem „Tagesspiegel“.

Während für die Versorgung von Asylbewerbern nach dem Asylbewerberleistungsgesetz grundsätzlich Bundesländer und Kommunen zahlen, ist für die Finanzierung der Ukraine-Flüchtlinge seit Mitte 2022 die Bundesregierung zuständig. Seither werden die Kriegsflüchtlinge von den Jobcentern versorgt und erhalten deutlich mehr Leistungen als Asylbewerber. Mast sagte weiter: „Wenn Ukrainer aus dem Bürgergeld genommen werden, bedeutet das automatisch mehr Ausgaben bei den Bundesländern. Ich setze deshalb mal ein Fragezeichen, ob da ein schneller Kompromiss möglich ist.“

Zuvor hatten unter anderem AfD-Chef Tino Chrupalla und die CSU-Fraktion im bayerischen Landtag ein Ende der Bürgergeld-Zahlungen an die Flüchtlinge aus der Ukraine gefordert. Auch der Thüringer CDU-Politiker Mario Voigt und Reinhardt Sager, Präsident des Landkreistages und ebenfalls CDU-Politiker, stellten die Zahlungen zuletzt infrage. Zurzeit zahlt die Bundesrepublik Deutschland rund 700.000 Ukrainern im Land Bürgergeld aus – das Bundesfinanzministerium geht von bis zu sechs Milliarden Euro Kosten dafür aus. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatten zuletzt stärkere Mitwirkung bei der Arbeitssuche eingefordert.

Die Bundesregierung muss rasch entscheiden, wie sie die Haushaltslöcher, die durch das Urteil der Karlsruher Richter entstanden sind, stopfen will. Die Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD hält eine Entscheidung der Bundesregierung „innerhalb weniger Tage“ für notwendig, damit das Parlament den Haushalt noch in diesem Jahr verabschieden kann. Mast sagte der Zeitung, dass sie sich wünsche, dass man den Haushalt noch in diesem Jahr hinbekomme, „aber mit der gebotenen Gründlichkeit und Sachlichkeit“. Das Parlament benötige ausreichend Zeit, um den Entwurf der Bundesregierung gründlich zu durchdenken.

„Wir arbeiten mit Hochdruck an einem Gesamtkonzept für den nächsten Haushalt.“ Mast wollte mit Verweis auf die laufenden Verhandlungen keine eigenen Kürzungsvorschläge nennen. Bei einem Koalitionsausschuss am Mittwochabend wurden bereits im Vorfeld keine Beschlüsse der drei Ampel-Partner erwartet.


Foto: Ankunft von Flüchtlingen aus der Ukraine in Deutschland (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Middelberg äußert im Schuldenbremsen-Streit Verständnis für Länder

0

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Im Unionsstreit über eine Reform der Schuldenbremse äußert Fraktionsvize und Haushaltsexperte Mathias Middelberg (CDU) Verständnis für die Haltung einiger CDU-geführter Länder. „Die Schuldenbremse ist für die Länder deutlich strenger als für den Bund“, sagte Middelberg der „Rheinischen Post“ (Donnerstagsausgabe).

So könnten sie strukturell gar keine neuen Schulden aufnehmen, „während der Bund in jedem Jahr immerhin Schulden in Höhe von 0,35 Prozent des BIP machen kann“, ergänzte der CDU-Politiker. „Daher habe ich ein gewisses Verständnis für die Sorgen der Länder.“ Zugleich sagte der Haushaltsexperte, für Bund und Länder gebe es eine Konjunkturkomponente, also die Möglichkeit, im Abschwung Schulden aufzunehmen. „Dazu gibt es für Bund und Länder die Möglichkeit der Aussetzung der Schuldenbremse in außergewöhnlichen Notsituationen. Zumindest für den Bund gibt es angesichts dieser Instrumente zur Flexibilisierung keinen Änderungsbedarf.“

Die aktuelle Krise auf Bundesebene könne zudem „durch Umschichtungen und Prioritätensetzung gelöst werden“. Denn die 60 Milliarden Euro fielen nicht auf einmal weg, sondern seien über drei Jahre zu ersetzen, sagte Middelberg.


Foto: Mathias Middelberg (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Feuerpause im Gaza-Krieg wird verlängert

0

Jerusalem/Gaza (dts Nachrichtenagentur) – Die dts Nachrichtenagentur in Halle (Saale) verbreitet soeben folgende Blitzmeldung aus Jerusalem/Gaza: Feuerpause im Gaza-Krieg wird verlängert. Die Redaktion bearbeitet das Thema bereits.

Weitere Details werden in wenigen Momenten gesendet.

Foto/Quelle: dts

Edenhofer drängt auf mehr Transparenz bei Kosten durch Klimaschäden

0

Potsdam (dts Nachrichtenagentur) – Der Klimaökonom Ottmar Edenhofer hat mehr Transparenz von der Politik über künftige Kosten durch den Klimaschutz gefordert. „Ein Klimaschutz, der hauptsächlich auf Subventionen beruht, ist nicht zukunftsfähig“, sagte Edenhofer der „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgabe).

Der Klimaschutz in Deutschland sei in einer Zeit entworfen worden, in der Zinsen und Inflation bei null gelegen hätten und die fiskalischen Spielräume groß gewesen seien. „Man hatte die Vorstellung, dass die Regierung der Wirtschaft den Weg zur Treibhausgasneutralität abkaufen kann. Das ist nun an ein Ende gekommen“, sagte der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Zum einen seien die fiskalischen Spielräume enger.

Zum anderen führe das Urteil des Bundesverfassungsgerichts dazu, dass der Weg über zusätzliche Verschuldung nicht mehr funktioniere. „Man muss nun Ausgaben priorisieren und neue Einnahmen generieren. Das hat Folgen für den Klimaschutz. Eine Klimapolitik ohne CO2-Preis und ohne Abbau klimaschädlicher Subventionen kann nicht gelingen“, sagte Edenhofer.

Er forderte, dass der CO2-Preis zum „Leitinstrument“ werden solle. Förderinstrumente, Verbote und Standards sollten nur ergänzend eingesetzt werden. „Die Treibhausgasneutralität, die wir bis 2045 erreichen wollen, wird es nicht kostenlos geben“, sagte Edenhofer weiter. Man werde schon bis zum Jahr 2030 Vermeidungskosten von 200 Euro pro Tonne CO2 haben.

„Man kann die Kosten ja nicht einfach in einem schwarzen Loch verschwinden lassen“, so der Klimaökonom. Der CO2-Preis könne dazu führen, dass CO2-freie Alternativen wie die Wärmepumpe in Zukunft rentabel würden. „Natürlich muss es zugleich Entlastungen für die Menschen geben, aber sie sollen – anders als viele Förderinstrumente – zielgerichtet für einkommensschwache Haushalte eingesetzt werden“, so der PIK-Direktor. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts sei noch unklar, wie es mit dem Klima- und Transformationsfonds weitergeht.

„Man sollte aus dem Karlsruher Urteil auf jeden Fall die Lehre ziehen, Förderprogramme in Zukunft klüger auszugestalten. Und auch, dass die Politik künftig stärker Rechenschaft ablegen muss über die Kosten und die Effektivität von Subventionen und Fördermaßnahmen“, sagte Edenhofer.


Foto: Protest von Fridays-For-Future (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Zum COP28-Start: Klimaökonom wirbt für internationalen Klimaclub

0

Potsdam (dts Nachrichtenagentur) – Zum Auftakt der Weltklimakonferenz (COP28) in Dubai hat der Klimaökonom Ottmar Edenhofer für eine internationale Koordinierung von CO2-Preisen in einem Klimaclub geworben. „In einem Klimaclub könnte man sich zu koordinierten CO2-Preisen verpflichten und Ländern, die nicht im Club sind, einen Klimazoll auferlegen“, sagte Edenhofer der „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgabe).

„Nach außen wird so die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie geschützt, nach innen wird die Klimapolitik koordiniert.“ Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will den von ihm initiierten Klimaclub auf der COP28 vorstellen. „Das ist ein guter Anfang. Es wäre ein großer Erfolg dieser Klimakonferenz, wenn sich weitere Länder anschließen“, sagte der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Er verwies dabei auf den von der EU ankündigten Carbon Border Adjustment Mechanism – „einen CO2-Grenzausgleichsmechanismus, den man kurz als Klimazoll übersetzen kann“, erläuterte Edenhofer. Allein diese Ankündigung habe schon international Wirkung gezeigt. „Viele Länder, etwa Indien und die Türkei, denken über eine nationale Bepreisung von CO2 nach. Damit will man verhindern, dass bei der Einfuhr von Waren die EU die Zolleinnahmen einstreicht. Wenn die Länder einen CO2-Preis einführen, wird ihnen der Zoll erlassen und die Einnahmen der CO2-Bepreisung streicht der indische oder türkische Finanzminister ein“, sagte Edenhofer. Er warb dafür, das Format der Weltklimakonferenz um andere Prozesse wie einen solchen internationalen Klimaclub zu ergänzen. Trotz der aktuellen geopolitischen Spannungen sieht Edenhofer gerade die Klimapolitik als Chance zur internationalen Kooperation. „International ist das Bewusstsein dafür da, dass wir aufeinander angewiesen sind. Es wird keine Rückabwicklung der Globalisierung geben. Gerade die Klimapolitik kann ein Bereich sein, in dem Staaten stärker miteinander kooperieren können“, sagte Edenhofer, auch mit Blick auf die aktuelle Lage in Nahost.


Foto: Fridays-for-Future-Protest (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts