Freitag, April 4, 2025
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Medien: Richard Lugner gestorben

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Wien (dts Nachrichtenagentur) – Der österreichische Unternehmer Richard Lugner ist tot. Das berichtet die österreichische „Kronen Zeitung“. Demnach verstarb der 91-Jährige am Montag in Wien. Er habe bereits seit Längerem mit gesundheitlichen Problemen gekämpft, heißt es.

Bekanntheit erlangte der Einkaufszentrum-Betreiber, Bauunternehmer und Projektentwickler durch verschiedene TV-Formate und seinen alljährlichen Besuch beim Wiener Opernball.

1998 kandidierte Lugner bei der Bundespräsidentenwahl und wurde mit 9,91 Prozent der Wählerstimmen vierter von fünf Kandidaten. Bei der Nationalratswahl 1999 erhielt er mit „Die Unabhängigen“ 1,02 Prozent der Stimmen.

Im Wiener Wachsfigurenkabinett von Madame Tussauds enthüllte er am 10. Oktober 2019 sein Ebenbild aus Wachs. Die ausgestellte Figur trägt seine typische Opernball-Kleidung mit Frack und Zylinder.

Foto/Quelle: dts

Wie gelingt Unternehmern die perfekte Work-Life-Balance?

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Effektives Zeitmanagement für Unternehmer

Die Bedeutung von Zeitmanagement

Zeit ist eine der wertvollsten Ressourcen für Unternehmer. Effektives Zeitmanagement kann den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen. Es hilft, Prioritäten zu setzen, Ziele zu erreichen und Stress zu reduzieren. Unternehmer stehen täglich vor zahlreichen Aufgaben und Entscheidungen. Ein gutes Zeitmanagement ermöglicht es, diese effizient zu bewältigen und gleichzeitig Raum für strategisches Denken zu schaffen.

Planung und Priorisierung

Der erste Schritt zu effektivem Zeitmanagement ist die Planung. Ein klar strukturierter Tagesablauf hilft, den Überblick zu behalten und Aufgaben gezielt anzugehen. Es ist wichtig, tägliche und wöchentliche To-Do-Listen zu erstellen. Diese Listen sollten realistische Ziele und Deadlines enthalten.

Priorisierung spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Nicht alle Aufgaben sind gleich wichtig. Es empfiehlt sich, die Aufgaben nach ihrer Dringlichkeit und Wichtigkeit zu sortieren. Eine bekannte Methode hierfür ist die Eisenhower-Matrix. Diese teilt Aufgaben in vier Kategorien ein: wichtig und dringend, wichtig aber nicht dringend, dringend aber nicht wichtig, und weder wichtig noch dringend. Durch diese Einteilung können Unternehmer ihre Zeit auf die wesentlichen Aufgaben konzentrieren.

Techniken zur Zeitersparnis

Es gibt verschiedene Techniken, die Unternehmern helfen, ihre Zeit effizienter zu nutzen. Eine bewährte Methode ist die Pomodoro-Technik. Diese Technik teilt die Arbeitszeit in Intervalle von 25 Minuten, gefolgt von kurzen Pausen. Dies hilft, die Konzentration zu steigern und Ablenkungen zu minimieren.

Eine weitere Technik ist das Batch-Processing. Dabei werden ähnliche Aufgaben gebündelt und nacheinander erledigt. Zum Beispiel können alle E-Mails zu einer bestimmten Zeit bearbeitet werden, anstatt sie den ganzen Tag über zu verteilen. Dies reduziert die Häufigkeit von Unterbrechungen und steigert die Effizienz.

Delegation ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt. Unternehmer sollten sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und Aufgaben delegieren, die andere effizienter erledigen können. Dies schafft Raum für strategische Tätigkeiten und entlastet den Arbeitsalltag.

Technologie und Tools

Moderne Technologie bietet zahlreiche Tools, die das Zeitmanagement erleichtern. Projektmanagement-Software wie Trello oder Asana hilft, Aufgaben zu organisieren und den Fortschritt zu verfolgen. Diese Tools ermöglichen es, Aufgaben zuzuweisen, Deadlines festzulegen und Teammitglieder zu koordinieren.

Kalender-Apps wie Google Calendar unterstützen bei der Terminplanung. Sie bieten Erinnerungsfunktionen und ermöglichen das Teilen von Kalendern mit dem Team. Dies erleichtert die Koordination von Meetings und verhindert Terminüberschneidungen.

Zeitmanagement-Apps wie Toggl oder RescueTime helfen, die eigene Zeitnutzung zu analysieren. Sie zeigen, wie viel Zeit für verschiedene Aufgaben aufgewendet wird, und identifizieren potenzielle Zeitfresser. Dies ermöglicht eine gezielte Optimierung des Tagesablaufs.

Balance zwischen Arbeit und Freizeit

Ein effektives Zeitmanagement sollte auch die Balance zwischen Arbeit und Freizeit berücksichtigen. Unternehmer neigen oft dazu, lange Arbeitszeiten zu haben und ihre Freizeit zu vernachlässigen. Dies kann jedoch zu Burnout und einem Rückgang der Produktivität führen.

Es ist wichtig, regelmäßig Pausen einzulegen und ausreichend Freizeit einzuplanen. Dies fördert die Erholung und steigert die langfristige Leistungsfähigkeit. Sport, Hobbys und Zeit mit der Familie sind wichtige Faktoren, um die Work-Life-Balance zu wahren.

Das Setzen von klaren Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit ist ebenfalls hilfreich. Unternehmer sollten feste Arbeitszeiten einhalten und nach Möglichkeit außerhalb dieser Zeiten nicht arbeiten. Dies hilft, sich vollständig zu erholen und mit neuer Energie in den nächsten Arbeitstag zu starten.

Fazit

Effektives Zeitmanagement ist entscheidend für den Erfolg eines Unternehmers. Durch Planung und Priorisierung, den Einsatz von Zeitersparnistechniken, Nutzung moderner Technologie und das Wahren der Work-Life-Balance können Unternehmer ihre Zeit effizient nutzen. Dies führt zu einer höheren Produktivität, besserem Wohlbefinden und langfristigem Erfolg. Ein gutes Zeitmanagement erfordert Disziplin und kontinuierliche Anpassung, bietet jedoch enorme Vorteile für den beruflichen und persönlichen Bereich.

Foto/Quelle/ Credits: stock.adobe.com – francois clappe

Gewalt gegen Frauen: Grüne für Präventionsarbeit schon in Kitas

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Berlins Vize-Parlamentspräsidentin Bahar Haghanipour (Grüne) fordert einen besseren Schutz für Frauen – etwa durch verstärkte Präventionsarbeit, die bereits im Kindesalter beginnt. Übergriffiges Verhalten gehöre für Frauen leider zum Alltag, sagte die frauenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im RBB.

„Die Fälle unterstreichen, wie groß das Problem tatsächlich ist und dass das Alltag ist – von Frauen und von queeren Menschen, die in Berlin leben. Dass das Sicherheitsgefühl einfach nicht da ist, und das ist nicht nur im Nachtleben so, sondern auch tagsüber. Das ist eben Alltag und da muss der Senat auch Antwort für mehr Sicherheit finden.“

Haghanipour selbst schlug vor, schon in Kitas mehr Präventionsarbeit zu leisten.“Gewaltvolle Übergriffe sollten ein Tabu sein, für unsere gesamte Gesellschaft. Und dafür müssen wir aber auch mal überlegen, warum ist das denn so? Und wir brauchen da auch mehr Präventionsarbeit. Das fängt an in Kita und Schule, aber auch Täterarbeit für Erwachsene ist eine Aufgabe für uns in der Politik.“

Als Hauptgrund für den Missstand sieht sie patriarchale Strukturen. Machthierarchien zeigten sich etwa bei Fahrdienstleistern.

„Es ist schlimm, dass es dort passiert, weil man ja eigentlich in ein Taxi steigt, um sicher zu Hause anzukommen. Und es ist natürlich eine Situation, wo zwei Menschen zusammen sind in einem Raum, und es gibt auch eine Machthierarchie – weil: Wir leben in einer patriarchalen Gesellschaft. Davon hören wir in Taxis, aber auch beim Physiotherapeuten, beim Arzt und beim Dozenten. Gewalttätige Übergriffe oder Versuche sind Alltag und können überall passieren.“

Gleich zwei Fälle von sexuell übergriffigen Fahrern wurden jüngst vor Berliner Gerichten verhandelt. Laut Polizei Berlin nehmen Übergriffe auf Frauen insgesamt zu.


Foto: Kita (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Geschäftsklima für Selbstständige verbessert sich leicht

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München (dts Nachrichtenagentur) – Das Geschäftsklima für Selbstständige in Deutschland hat sich im Juli leicht verbessert. Der entsprechende Index des Ifo-Instituts stieg auf -13,4 Punkte, nach -14,0 im Juni, wie das Münchener Institut am Montag mitteilte.

„Die Selbstständigen stemmen sich gegen die aktuelle Flaute“, sagte Ifo-Expertin Katrin Demmelhuber. „Allerdings bleibt die Auftragslage schwierig.“ Die Geschäfte liefen besser, teilweise zeigten sich die Selbstständigen jedoch noch unzufrieden mit ihrer aktuellen Lage. Ihre Erwartungen blieben nahezu unverändert von Pessimismus geprägt.

Eine fehlende Nachfrage belastet weiterhin viele Selbstständige. 44,4 Prozent der Befragten waren im Juli von Auftragsmangel betroffen, nach 44,0 Prozent im April. Ähnlich wie im letzten Quartal gibt ungefähr ein Viertel an, dass sie ihre Waren oder Dienstleistungen nicht uneingeschränkt anbieten können, unter anderem wegen fehlendem Personal oder auch Lieferengpässen.


Foto: Computer-Nutzerin (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

USA verstärken Militärpräsenz im Nahen Osten

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Washington (dts Nachrichtenagentur) – Die USA haben angekündigt, ihre Militärpräsenz im Nahen Osten noch einmal erhöhen zu wollen. Verteidigungsminister Lloyd Austin habe befohlen, die Verlegung des Flugzeugträgers „USS Abraham Lincoln“ und seiner Begleitschiffe in die Region zu beschleunigen, teilte das Pentagon mit. „Darüber hinaus hat der Minister das Lenkwaffen-U-Boot USS Georgia (SSGN 729) in die Region des Zentralkommandos beordert.“

In einem Telefongespräch mit seinem israelischen Amtskollegen Yoav Gallant habe Austin „angesichts der eskalierenden regionalen Spannungen“ erneut die Entschlossenheit der Vereinigten Staaten betont, „alle erdenklichen Maßnahmen zur Verteidigung Israels zu ergreifen“.

Beide hätten sich zudem über die israelischen Operationen im Gazastreifen „und die Bedeutung der Begrenzung der Schäden für die Zivilbevölkerung, über die Fortschritte bei der Sicherstellung eines Waffenstillstands und der Freilassung der im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln“ ausgetauscht, so das Pentagon.

Bereits vor etwa einer Woche hatten die USA angekündigt, ihre militärische Präsenz aufgrund der Spannungen zwischen Israel und dem Iran im Nahen Osten zu erhöhen. Austin hatte bekannt gegeben, zusätzliche Kreuzer und Zerstörer mit der Fähigkeit zur Abwehr von Raketen in die Region beordert zu haben. Zudem sollten weitere Kampfflugzeuge und zusätzliche bodengestützte Luftabwehrsysteme verlegt werden.


Foto: US-Kampfflugzeug (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Schweitzer will Frau als Staatsoberhaupt

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Mainz (dts Nachrichtenagentur) – Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) spricht sich für eine Frau in der Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier aus.

„Es ist an der Zeit, dass eine Frau Staatsoberhaupt in Deutschland wird“, sagte Schweitzer dem „Tagesspiegel“ (Montagsausgabe). „Es ist ja eigentlich kaum zu glauben, dass wir noch nie eine Bundespräsidentin hatten. Mit der nächsten Wahl sollten wir das ändern.“ Steinmeier ist bis Anfang 2027 gewählt, er kann keine dritte Amtszeit ausüben.

Schweitzer warf zudem den Ampel-Parteien im Bund vor, mit ihren Streitigkeiten das Vertrauen in den Staat zu untergraben. „Die Ampel in Berlin hat um den Haushalt eine schlechte Soap Opera aufgeführt. Was soll dieses Drama?“ Am Ende werde keine der drei Regierungsparteien davon profitieren. „Vor allem aber kostet es Vertrauen – in die Regierung, in den Staat“, sagte Schweitzer.

Der SPD-Politiker sagte, in der von ihm geführten Ampel-Koalition in Rheinland-Pfalz regierten „drei erkennbar selbstständige Parteien“. SPD, Grüne und FDP hätten sich „auf eine Koalition geeinigt, nicht auf eine Fusion. Wir gönnen uns aber gegenseitig Erfolge“. Er als Ministerpräsident wolle „eine erfolgreiche SPD, erfolgreiche Grüne, erfolgreiche Liberale“. Er vertraue seinen Partnern. „Vertrauliches bleibt vertraulich, auch bei Gegenwind. In Berlin erlebe ich das alles zu wenig.“

Schweitzer forderte indirekt Kanzler Olaf Scholz (SPD) dazu auf, verstärkt als Sozialdemokrat aufzutreten. „Viele in der SPD wünschen sich, dass Olaf Scholz wieder als Sozialdemokrat auftritt, nicht als Moderator von Streithähnen“, sagte er. Natürlich färbe das „schlechte Erscheinungsbild der Koalition auf den Kanzler und dessen Partei ab“, sagte Schweitzer: „Ein Koalitionswahlkampf wird mit dieser Koalition nicht funktionieren.“ 2021 hatte Scholz gesagt, er strebe mehr als nur eine Amtszeit als Kanzler mit der Ampel-Koalition an.

An der Debatte um eine mögliche SPD-Kanzlerkandidatur von Verteidigungsminister Boris Pistorius wollte sich Schweitzer nicht beteiligen. Dies sei „eine komplett hypothetische Frage“. Man stelle als SPD den Kanzler, „er ist unser Kandidat – wir werden mit Olaf Scholz in den Wahlkampf ziehen“.


Foto: Schloss Bellevue (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

SPD-Fraktionsvize Post rechnet mit baldigem Ampel-Kompromiss

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Spitzenvertreter der Ampelkoalition setzen auf ein baldiges Ende des Haushaltsstreits. SPD-Fraktionsvize und Haushälter Achim Post sagte der „Rheinischen Post“ (Montag): „Ich gehe davon aus, dass die Bundesregierung in dieser Woche die noch offenen Fragen zum Haushaltsentwurf klärt und ihren gemeinsamen Entwurf anschließend dem Parlament übergibt.“

Die noch offene Lücke in Höhe von vier bis fünf Milliarden Euro zu schließen, „ist eine anspruchsvolle – aber mit dem guten Willen aller Koalitionspartner – machbare Aufgabe“. Post fügte hinzu: „Der Bundestag wird den Haushalt dann planmäßig Ende November verabschieden. In den nun anstehenden parlamentarischen Beratungen wird die SPD die klare Priorität auf die Stärkung der äußeren, inneren und sozialen Sicherheit legen.“

Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch sagte: „Die Debatte zum Haushalt war überflüssig. Es darf nun nicht länger darum gehen, was nicht geht. Die Rechtslage gibt alle Möglichkeiten. Zeit, dass sich der Finanzminister auf Lösungen konzentriert, die für Deutschland funktionieren. Das Land braucht einen Haushalt, der den sozialen Zusammenhalt sichert, einen Haushalt der Investitionen in die Bahn, in unsere Infrastruktur und die Zukunft unserer Unternehmen stärkt.“


Foto: Achim Post (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Pflegekammer warnt vor Überlastung der Kinderkliniken

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Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) – Mit Blick auf die erwartete Infektionswelle im Herbst warnt die Pflegekammer NRW, dass die Kinderkliniken im Land unzureichend vorbereitet sein könnten.

„Die Personalsituation in den Kinderklinken ist äußerst angespannt. Wir sind dort über den Kipppunkt schon hinaus“, sagte Kammerpräsidentin Sandra Postel der „Rheinischen Post“ (Montag). Sie kritisierte, dass sich über die Jahre ein Automatismus eingeschlichen habe: „Die Kinderkliniken melden bei einem Treffen mit den Kostenträgern und dem Ministerium im Oktober, dass die Stationen wegen der hohen Anzahl von Patienten mit Influenza oder RSV ausgelastet sind und sie deshalb bei der Personaluntergrenze nach unten abweichen wollen. Natürlich ohne dafür die vorgesehenen Abschlagzahlungen zu leisten.“

Dagegen hatte die Pflegekammer 2023 erstmals ihr Veto eingelegt. „Wir würden das auch in diesem Jahr tun“, kündigte sie an. „Es kann nicht sein, dass die einzige Antwort der Verantwortlichen in einer solch angespannten Situation ist, den Patienten-Pflege-Schlüssel weiter abzusenken und damit eine Gefährdung der Kinder in Kauf zu nehmen.“ RSV steht für Respiratorisches Synzytial-Virus, den Auslöser einer Atemwegsinfektion. Als unverständlich bezeichnete Postel, dass sich die Interessengruppen beim Thema RSV-Impfung nicht einigen könnten. „Es handelt sich um eine von der Ständigen Impfkommission empfohlene Impfung, die in den Kliniken zu einer massiven Entlastung führen würde. Wir hatten im vergangenen Jahr 22.644 Kinder, die stationär wegen RSV behandelt werden mussten. Diese Zahl ließe sich mit einer Impfung, die von der Kasse übernommen wird, deutlich senken.“ Postels Fazit: „Das wäre eine gute Nachricht für die Patienten und die Pflege.“


Foto: Krankenhaus (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

SPD, Mieterbund und IG Bau wollen Mieterschutz schnell verschärfen

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Angesichts der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt wächst der Druck auf Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP), den Mieterschutz zu verschärfen.

Man müsse „die Abzocke“ von Mietern, die Mieten weit über der ortsüblichen Vergleichsmiete zahlen müssen, sofort beenden, sagte SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagausgaben). Konkret forderte Wiese eine Reform des sogenannten Mietwucherparagraphens. Liegt die Miete 20 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete, kann es sich um eine Ordnungswidrigkeit handeln, bei über 50 Prozent um eine Straftat.

Allerdings müssen bisher die Mieter nachweisen, dass der Vermieter eine Zwangslage ausgenutzt hat. „Ein solcher Nachweis ist aber in der Praxis unmöglich“, sagte Wiese. Er forderte Buschmann auf, den Weg für einen vom Bundesrat eingebrachten Gesetzesentwurf freizumachen. „Nach dem Urlaub sollte Buschmann außerdem seine Arbeitsverweigerung beenden und endlich die versprochenen Gesetzesentwürfe zu den mietrechtlichen Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag vorlegen“, sagte der SPD-Fraktionsvize.

Rückendeckung erhält Wiese vom Deutschen Mieterbund. Weder die Mietpreisbremse noch die Kappungsgrenze oder der Mietwucher-Paragraf schützten die Mieter im ausreichenden Maße, sagte Mieterbundpräsident Lukas Siebenkotten den Funke-Zeitungen. Dabei könnte der Mietwucher-Paragraf der effektivste Schutz für Mieter sein, „weil der Staat eingreifen kann und sich Mieter nicht ausschließlich allein wehren müssen. Mit der gegenwärtigen Rechtslage ist er aber zahnlos.“

Auch Gewerkschaftschef Robert Feiger, Bundesvorsitzender der IG Bau, forderte eine Verschärfung des Mietwucher-Paragraphens. „Mietwucher ist der sozial-toxische Auswuchs des Wohnungsmangels. Vermieter-Gier, die in Mietwucher mündet, ist nicht akzeptabel“, sagte Feiger den Funke-Zeitungen. Er forderte höhere Bußgelder und eine „weniger aufwändige Nachweispflicht“.

Auch die Wohnungsämter und Jobcenter nahm Feiger in die Pflicht: „Wenn der Staat beim Wohngeld und bei den Kosten der Unterkunft überteuerte Mieten zahlt und damit also überhöhte Preise akzeptiert, dann dreht er letztlich selbst auch an der Mietenschraube.“ Wohnungsämter und Job-Center müssten wuchernde Vermieter verklagen, forderte Feiger. „Denn gerade das hätte eine echte disziplinierende Wirkung.“


Foto: „Gegen Miete“-Graffiti an einer Hauswand in Berlin-Neukölln (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Militär-Experte Masala attestiert Ukraine "Hochrisikostrategie"

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München (dts Nachrichtenagentur) – Carlo Masala von der Universität der Bundeswehr in München hat Zweifel am Sinn der Entscheidung der Ukraine, die russische Region Kursk anzugreifen.

„Das ist eine Hochrisikostrategie der Ukraine; wir wissen nicht, wie sie letzten Endes ausgeht“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Montagausgaben). „Sie könnte auch damit enden, dass diese Operation der Ukraine auf Dauer mehr schadet, als dass sie ihr nutzt.“

Zwar zeige die ukrainische Armee, dass sie militärisch noch die Initiative übernehmen könne. Nachdem sie sich im Donbass zuletzt Zug um Zug aus Positionen zurückgezogen habe, die die Russen anschließend übernommen hätten, demonstriere die Armee nun, dass sie weiter zu Offensivoperationen in der Lage sei, fügte Masala hinzu. Wenn die Ukraine das jetzt eroberte Gebiet längere Zeit halten wolle, um es zum Beispiel im Rahmen von Verhandlungen gegen russisch besetzte Gebiete in der Ukraine einzutauschen, müsse sie dafür aber einen großen militärischen Aufwand betreiben. „Diese Mittel könnte sie im Donbass besser gebrauchen“, so der Politologe. „Denn dort sind die Fronten jetzt sehr instabil.“

Dass bei der Offensive in Kursk offenbar auch westliche Waffen zum Einsatz kommen, hält er für unproblematisch. Offenbar hätten die USA die Operation letztlich gebilligt. Darauf deute der Einsatz amerikanischer Himars-Raketenwerfer hin, deren Ziel-Koordinaten stets mit den USA abgesprochen worden seien. Und auch die Bundesregierung habe sich zu den eingesetzten Schützenpanzern vom Typ „Marder“ nicht geäußert, was auf Einverständnis schließen lasse.


Foto: Carlo Masala (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts